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Wertvoller Schulweg

Kinder, die von ihren Eltern in die Schule gefahren werden, nehmen ihre Umwelt anders wahr als Kinder, die zu Fuß gehen. Das ist das Ergebnis einer Schweizer Studie, in welcher Kinder ihren Schulweg gezeichnet haben.

Bei Kindern, die regelmäßig mit dem Auto gefahren wurden, blieben die Zeichnungen weitgehend leer. Vergleichsweise bunt und farbenfroh waren dagegen die Bilder jener Kinder, die zu Fuß in die Schule gingen.

Diese Studie ist sinnbildlich für unseren Zeitgeist. Alles muss funktionieren: Der Alltag, die Work-Life-Balance, das neue Smartphone, die Kinder. Wenn der Alltag der Eltern aber bis ins Detail durchgeplant und durchgetaktet ist, dann bringt jede Verzögerung das System ins Wanken und muss vermieden werden. Umwege gehen, Ungeplantes entdecken, aufgeschlagene Knie auf dem Schulweg: Das darf nicht mehr sein. Das Dumme nur: Genau daran wachsen Kinder.

Auch wenn es die Eltern gut meinen, übersehen sie häufig, dass der Schulweg eine der ersten großen Reisen ins soziale Leben ist.  Es ist eine der ersten Möglichkeiten für Kinder, autonom zu erfahren, wie sich ihre Welt und ihre Umwelt für sie gestalten, räumlich und sozial. Viele sehen die Welt das erste Mal gewissermaßen mit eigenen Augen statt durch die Frontscheibe der Eltern. Sie erfahren sich als selbstständige Menschen, sind verantwortlich für sich und das Gelingen einer Aufgabe.

Verantwortlich für das Gelingen des Schulwegs sind auch wir als Gemeinde: Gleich zu Schulbeginn wird die Gemeindepolizei zahlreiche Volksschulkinder auf ihre Aufgabe als Schülerlotsen vorbereiten. In dieser Funktion werden die Kinder unter polizeilicher Aufsicht das gesamte Schuljahr über die Zebrastreifen bei den Volksschulen sichern. Außerdem findet regelmäßig Verkehrserziehungsunterricht in den Schulen statt und die Polizei wird Fahrradprüfungen durchführen. Zudem startet wieder die Schoolwalker-Aktion statt, welche Kinder motivieren soll, ihren Schulweg zu Fuß zurückzulegen.

In den vergangenen Jahren sind sämtliche Volksschulkinder in Rankweil unfallfrei in die Schule und wieder nach Hause gekommen. Damit dies auch so bleibt, ein Appell an alle Autofahrer: Bitte nehmen Sie in der Nähe von Schulen den Fuß vom Gas – es könnten auch Ihre Kinder unterwegs sein.

Ing. Martin Summer
Bürgermeister