Von den letzten Dingen

Der Abschied gehört zum Leben ebenso wie der Neubeginn. Und doch: So natürlich der Tod auch ist, so sehr erschüttert er oft das Leben der Hinterbliebenen. Persönliche Verluste lösen oft einen Prozess aus, der das bisher Gewohnte so lange durchschüttelt, bis ein klarer Blick auf das Essenzielle, das Wesentliche im Leben übrigbleibt.

Dieser Prozess kann ein paar Wochen dauern, Monate oder auch Jahre. Was er in jedem Fall tut: Er verändert. Nach ihm ist vieles anders, als es vorher war. Es bleibt nur, sich einzulassen, zuzulassen, um irgendwann loslassen zu können. Alle von uns, die schon mal mit dem Tod in Berührung gekommen sind, wissen, wie wichtig insbesondere Rituale sind, um Abschiede zu verarbeiten und anzunehmen.

Die Vielfalt dieser Rituale hat der Verein Mesnerstüble am Liebfrauenberg zum Anlass genommen, die Kulturfesttage „Von den letzten Dingen“ ins Leben zu rufen. Dabei wird der Tod aus all seinen Facetten beleuchtet: Unter anderem mit Texten und Konzerten rund ums Sterben, einem kindgerechten Nachmittag zum Thema, ein Fest zum „Dia de los Muertos“ sowie Gesprächsabende über Suizid, das Sterben zu Hause und Begräbnisrituale. Aber auch die Auseinandersetzung mit Abschiedsspeisen aus unterschiedlichen Kulturen oder die Friedhofsgestaltung sind Teil der Veranstaltungsreihe, welche noch bis kommendes Wochenende läuft. Das gesamte Programm finden Sie unter www.mesnerstueble.com.

Schön, wenn Sie sich gemeinsam mit diesem engagierten Verein am Liebfrauenberg sehend, hörend, schmeckend und sprechend der unausweichlichen Konsequenz stellen, die das Leben am Ende für alle von uns bereithält.

Mag. Katharina Wöß-Krall
Bürgermeisterin

P.S.: Ergänzend zu den Kulturfesttagen bietet das Format „Zwischen den Zeilen“ laufend die Möglichkeit, im bekannte Autor*innen kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Doris Knecht, gebürtige Rankweilerin und erfolgreiche Autorin, wird am 6. November, um 18.30 Uhr, im Mesnerstüble aus ihren Werken lesen. Mehr dazu im Veranstaltungskalender auf www.rankweil.at.

 

 

erstellt von Karin Böhler veröffentlicht 03.11.2021