Benutzerspezifische Werkzeuge

Sie sind hier:Startseite / Thema der Woche / Vertrauen in die Zukunft

Vertrauen in die Zukunft

Wozu brauchen wir eigentlich Vertrauen? Wir haben die Technik, wir haben den Wohlstand, Gesetze und Institutionen. Wir haben die Wissenschaft. Wir haben die Kontrolle – dachten wir. Doch seit ein Virus innerhalb von nur drei Monaten die Welt aus den Angeln gehoben hat, sind wir in einem Maß auf Vertrauen angewiesen, wie wir das vorher nicht kannten. Wir müssen Virologen vertrauen, von denen wir bis vor Kurzem nie etwas gehört haben. Wir müssen Politikern vertrauen, die sich auf einem dünnen Grat zwischen Gesundheit und Wirtschaft bewegen. Und wir müssen Mitmenschen vertrauen, dass sie Abstand halten. Man könnte die vergangenen Monate durchaus als Crash-Kurs in Sachen Vertrauensbildung bezeichnen. Eine schwierige Aufgabe für eine Gesellschaft geprägt von Helikopter-Eltern, SUVs und Eheverträgen.

Besonders gravierende Auswirkungen hat fehlendes Vertrauen auf die Wirtschaft: Wer nicht positiv in die Zukunft blickt, wird wenig konsumieren und kaum investieren. Dabei wäre der Konsum durch weniger betroffene Bevölkerungsschichten gerade jetzt wichtig – immerhin müssen die Unternehmen den stärksten Wirtschaftseinbruch der vergangenen 75 Jahre verkraften. Und an jedem insolventen Unternehmen und jedem verlorenen Arbeitsplatz hängen oft mehrere, mitunter dramatische, Einzelschicksale.

Um die regionale Wirtschaft wieder anzukurbeln, haben wir derzeit im gesamten Gemeindegebiet von Rankweil Plakate und Transparente mit dem Slogan „Corona wird gehen, Kaufkraft bleibt“ installiert. Wie lange uns dieses Virus noch begleiten wird, können wir natürlich nicht sagen. Aber wir möchten Menschen animieren, positiv in die Zukunft zu blicken und zur Solidarität mit der lokalen Wirtschaft aufrufen. Denn im größeren Kontext betrachtet ist jeder Einkauf in der Region auch eine Investition in eine lebendige, bunte Gemeinde. Jede und jeder von uns bestimmt mit seinem Kaufverhalten mit, wie sich das Vorderland langfristig entwickeln wird.

Wir sollten mehr Energie auf die Analyse dieses sozialen Strukturbruchs verwenden als auf die Charts mit Corona-Fallzahlen. Und wir sollten darauf vertrauen, dass unser Alltag früher oder später wieder einkehren wird; dass wir wieder hinausgehen, teilnehmen und investieren.

Mag. Katharina Wöß-Krall
Bürgermeisterin

Kontakt

Mag. Katharina Wöß-Krall
Am Marktplatz 1
6830 Rankweil
T +43 5522 405 1102
buergermeisterin@rankweil.at