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Kommentar zur Ortskernentwicklung

Unter Tradition verstehen wir die Überlieferung der Gesamtheit des Wissens, der Fähigkeiten sowie der Sitten und Gebräuche einer Kultur. Tradition ist in dieser Hinsicht das kulturelle Erbe, das von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird.

Wissenschaftliches Wissen und handwerkliches Können gehören ebenso dazu, wie Rituale, künstlerische Gestaltungsauffassungen, moralische Regeln. Tradition im Sinne von Brauchtum und kulturellem Erbe begegnen uns beispielsweise bei Dorffesten im Zusammenhang mit kirchlichen Feiertagen.  Auch unsere Mundart, Volksmusik, Volkstänze sowie Trachten zählen dazu.

Wir haben hier in Rankweil eine stattliche Anzahl an Vereinen und Institutionen, die unsere Tradition und Brauchtum pflegen und hochhalten. Ich denke hier an die Bürgermusik, verschiedene Chorvereinigungen, die Faschings- und Funkenzüfte, die Musikschule, die Trachtengruppe, das „Brennesselteam“, die Krippenfreunde und viele mehr.

Was mir persönlich jedoch auffällt, dass das Interesse zu diesen genannten Vereinen besonders bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund kaum vorhanden ist, da sie sich mehr den sportlichen Vereinen zuwenden. Wir erwarten von ihnen, dass sie unsere Sprache beherrschen, jedoch zu unserer Volkskultur finden sie kaum Zugang. Aber auch bei vielen Einheimischen wäre mehr Interesse und Engagement für unsere Volkskultur wünschenswert.

Hier wäre eine bessere Vernetzung zwischen Gemeinde, Kindergärten, Schulen, Musikschule und Vereinen notwendig. Rankweil gilt als eine familienfreundliche Gemeinde. Umso mehr sollten wir uns bemühen, integrationswillige Mitbürger in unsere kulturellen Vereine und Institutionen einzubinden, um eine Parallelgesellschaft zu verhindern.  

Die Tradition Rankweils spiegelt sich auch in vielen Gebäuden wider: Sei es durch die Basilika auf dem Liebfrauenberg, oder auch den Geschäften und Handwerksbetrieben in der Ringstraße, welche teilweise seit Generationen bestehen. Aber auch die Bahnhofstraße zieren teilweise renovierungsbedürftige, aber dennoch schöne Bürgerhäuser. Ich hoffe, dass bei den geplanten Neu- und Umbauten im Ortszentrum auf bestehende architektonische Besonderheiten Rücksicht genommen wird, damit ein gelungener Bogen zwischen Vergangenheit und Zukunft entstehen kann.

Adfried Fleisch
Pensionist und Mitglied der Rankweiler Trachtengruppe

Kontakt

Karin Böhler
Marketing & Kommunikation
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