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Ortskernentwicklung

In den kommenden Monaten werden an dieser Stelle sowie in den anderen Gemeindemedien regelmäßig Kommentare von Rankweiler BürgerInnen veröffentlicht. Sämtliche AutorInnen nehmen an den Workshops zur Ortskernentwicklung teil und stellen anhand der Kommentare ihre Sicht auf den laufenden Prozess dar.

Kommentar von Josef Kittinger

Menschenleere Straßen, geschlossene Geschäfte und Gasthäuser, alle gehen sich aus dem Weg, erledigen nur schnell was sie unbedingt brauchen, um rasch wieder in den privaten vier Wänden zu verschwinden. Geisterhaft. Rankweil war am Höhepunkt der Corona-Krise so ziemlich genau das Gegenteil dessen, was wir uns unter einem lebendigen Dorf vorstellen. Andererseits: Kaum Verkehrslärm, Vogelgesang, so saubere Luft, aufblühende Hilfsbereitschaft, kommunaler Zusammenhalt, regionaler Einkauf. Das war stark.

Wie wird Rankweil in fünf Jahren aussehen? Wird es ein Straßendorf sein, wo man nur durchfährt und schnell etwas erledigt? Oder werden wir uns gerne im Dorfzentrum aufhalten, flanieren, arbeiten, einkaufen? Werden verkehrsberuhigte, begrünte Begegnungszonen zum Verweilen einladen, wird man gerne zu Fuß, per Rad, mit Öffis unterwegs sein? Werden Kinder und Jugendliche ihre Lieblingsplätze haben, alte Leute sich auf schattigen Bänken niederlassen und am dörflichen Treiben Anteil nehmen? Wird man sich am Feierabend noch auf ein Gläschen und einen Plausch in einem der Gastgärten oder auf Hausbänken treffen? Wird der Liebfrauenberg ein besonderer Ort der Ruhe und Rekreation sein? Werden kulturelle, spirituelle, soziale, wirtschaftliche Eigeninitiativen florieren?

Werden wir an den Um- und Neubauten im Rahmen des Prozesses der Zentrumsbelebung sehen, dass man in Rankweil Sinn für zeitlose architektonische Schönheit hat? Wird unsere Kaufkraft durch kluge Raumplanung in Richtung Nahversorgung gelenkt werden? Werden wir sehen, dass in Rankweil nicht nur Geld regiert, sondern dass alle etwas zum Gemeinwohl beitragen wollen? Wird Rankweil ein anziehendes Flair haben, weltoffen und kulturell vielfältig wie eine Stadt, fürsorglich und naturnah wie ein Dorf?  Werden wir genug haben vom immer mehr, billiger, schneller, dafür Lebensqualität im langsamer, näher, weniger, fairer, schöner finden?

Wer weiß? Wir haben die Wahl. Es liegt an uns, es ist unsere Gemeinde. Bringen wir uns ein und gestalten wir mit!

Josef Kittinger
(von 1989 bis 2016 Leiter des Jugend- und Bildungshauses St. Arbogast, seit 2013 wohnhaft in Rankweil)

Kontakt

Karin Böhler
Marketing & Kommunikation
+43 5522 405 1104
karin.boehler@rankweil.at