Benutzerspezifische Werkzeuge

Sie sind hier:Startseite / Thema der Woche / Kommentar Ortskernentwicklung

Kommentar Ortskernentwicklung

Wer im persönlichen Umfeld kaum Menschen in fortgeschrittenem Alter kennt, kann deren Bedürfnisse leicht aus den Augen verlieren. Daher möchte ich in den folgenden Zeilen aus meiner Sicht darstellen, was Lebensqualität für die ältere Generation ausmacht.

Wohl die zwei größten Unterschiede zu anderen Altersgruppen liegen in der Sicherheit und der Mobilität. Würde beispielsweise der Individualverkehr an der Ringstraße reduziert oder zumindest verlangsamt, wäre das ein großer Gewinn für die gesamte Bevölkerung – insbesondere für die ältere Generation. Auch sollten im ganzen Ortszentrum deutlich mehr Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen – am besten direkt im belebten Ortszentrum oder in der Nähe von Schulen und Kindergärten. Denn viele – vor allem alleinstehende – Senior*innen kommen so wieder unter Menschen und haben die Gelegenheit, am öffentlichen Leben teilzuhaben.

Ich bitte außerdem die künftigen Gestalter*innen des Rankweiler Ortszentrums, besonderes Augenmerk auf Barrierefreiheit und Bodenbeläge zu legen: Beispielsweise ist das Kopfsteinpflaster am Marktplatz aus meiner Sicht eine unfallträchtige Rumpelpiste. Menschen mit Gehilfen oder Rollstühlen können diesen nur mit großer Mühe überwinden. Als Alternative bleibt vielen nur der Weg über die Bahnhofstraße, in welcher hohe Gehsteigkanten ebenfalls großes Gefahrenpotenzial haben. Generell sollte man im gesamten Ortskern auf abgeflachte Gehsteigkanten setzen – auch um schwere Radunfälle zu vermeiden.

Sehr zu begrüßen ist das Ansinnen, im Zentrum moderne Wohnformen für Jung und Alt zu schaffen. Das könnten beispielsweise Wohngemeinschaften sein, in welchen junge Familien mit alleinstehenden Senior*innen gemischt werden. Auch auf Menschen mit körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen darf dabei nicht vergessen werden. Denn gerade für sie ist es wichtig, zentrumsnah und in der Mitte der Gesellschaft zu leben – in fußläufiger Nähe zur Gastronomie, verschiedenen Senior*innentreffs und dem öffentlichen Verkehr.

Abschließend möchte ich noch zwei Wünsche erwähnen, welche immer wieder an mich herangetragen werden: Einerseits wäre eine Bushaltestelle beim Sutterlüty an der Landammanngasse für viele Senior*innen eine große Erleichterung, um den dort angebotenen Mittagstisch nutzen und Lebensmittel einkaufen zu können. Andererseits wünschen sich viele eine Aufstiegshilfe zur Basilika.

Ich bin zuversichtlich, dass das Angebot für Senior*innen nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung ein wichtiger Baustein der Ortskernentwicklung in Rankweil sein wird.

Karlheinz Frick
Pensionist und Obmann des Rankweiler Kneipp Aktiv Clubs

Kontakt

Karin Böhler
Marketing & Kommunikation
+43 5522 405 1104
karin.boehler@rankweil.at