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Ortskernentwicklung

Im Zuge der Rankweiler Ortskernentwicklung kommen regelmäßig am Prozess beteiligte BürgerInnen zu Wort. Diesmal ist es Johannes Herburger, in Rankweil aufgewachsen und inzwischen Doktorand am Lehrstuhl für Raumentwicklung der Universität Liechtenstein.

Rankweil, der Garten Vorarlbergs. Ein Alleinstellungsmerkmal, welches in vielen Bereichen der Gemeinde ganz gut funktioniert. Doch je näher man dem Zentrum kommt, desto mehr verschwindet das Bild des Gartens und desto mehr dominieren Parkplätze. Ein offener und ziemlich schmerzhafter Widerspruch, zu dem wir alle unseren Anteil beigetragen haben:

Zu oft – so scheint mir – war der Parkplatz vor dem Haus wichtiger als Raum für Spaziergänger. Zu oft verließ man sich auf das bewährte „Das haben wir immer schon so gemacht”, ohne an die ungezügelten Entwicklungen am Ortsrand zu denken. Zu oft wurden Immobilien in guter Lage als Verwertungsobjekte gesehen und nicht als Bestandteile unserer gemeinsamen Geschichte. Und zu oft fehlte die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Einkaufs-, Freizeit- und Konsumverhalten. Zu oft stand das Individuelle und Schnelle im Vordergrund, zu selten das Gemeinsame und Bedachte.

Eigentlich komisch für eine Gemeinde – und das sind wir alle – die sich so gerne auf das Althergebrachte beruft. Darauf Landeswallfahrtsort, Zentrum einer Region und Garten eines ganzen Landes zu sein. Dafür haben wir alle zusammen das Ortszentrum ziemlich „vrlottra lo”. Es sollte doch Ausdruck unserer gemeinsamen Werte sein. Und nein: Es geht nicht nur um den Verkehr auf der Ringstraße, es geht um das große Ganze, um die Zukunft und Lebensqualität von vielen Generationen.

Ich glaube aber daran, dass es jetzt anders wird. Denn zum ersten Mal ist es nicht nur ein Einzelprojekt, das alles retten soll. Wir haben die historische Chance, den Ortskern in all seinen Facetten neu zu denken. Das ist zwar ein komplizierter, aber richtiger und unglaublich wichtiger Weg für uns. Auch, wenn im Planungsprozess nicht über alles Konsens herrschen wird – das wäre utopisch und eine Ansammlung von planerischen Leerformeln. Diskussion und Meinungsverschiedenheiten

sind letztlich auch immer Ausdruck eines lebendigen Zentrums und Dissens ist jedenfalls stets konstruktiver als Gleichgültigkeit und Eigenbrötlerei. Nutzen wir die Chance. Reden, diskutieren, arbeiten wir zusammen an einem Ortskern, der auch einer sein will.

Johannes Herburger

Kontakt

Karin Böhler
Marketing & Kommunikation
+43 5522 405 1104
karin.boehler@rankweil.at