Kalter Entzug

Wohl noch nie zuvor wurde uns so klar vor Augen geführt, wie eng Wirtschaft, Politik und letztlich auch unser Wohlstand mit verfügbarer Energie verknüpft ist. Weltweit wird nach wie vor fieberhaft nach autonomer Energieversorgung gesucht.

Vorarlberg hat den großen Vorteil, dass es bereits seit vielen Jahren über einen Mix an verschiedenen Energielieferanten – darunter vorallem auch die Wasserkraft – verfügt und bei der Gasversorgung gemeinsam mit Tirol eine Sonderstellung einnimmt: Beide Bundesländer sind nicht an das österreichische Versorgungsnetz angeschlossen, sondern beziehen den gesamten Bedarf über Pipelines direkt aus Deutschland. Die besondere Situation von Vorarlberg und Tirol ist in den Plänen zur strategischen Gasreserve berücksichtigt. Demnach werden die Gasreserven in jenen Gasspeichern angelegt, die für die Versorgung des jeweiligen Marktgebietes herangezogen werden können.

Bisher hielt der günstige Preis von Erdgas viele Menschen davon ab, etwas an ihrem bisherigen Heizsystem zu verändern und auf eine umweltfreundlichere, energieeffizientere Heizung umzusteigen. Obwohl bereits ein verpflichtender Austausch von Ölheizungen bis spätestens 2035 beschlossen ist, wird wohl kaum jemand eine erst zehn bis 15 Jahre alte Gasheizung gegen eine Alternative tauschen – eine solche wäre nach dieser kurzen Nutzungsdauer schlichtweg zu teuer.

Kurz gesagt, die Abhängigkeit lässt sich so rasch nicht beenden und in den kommenden Monaten werden wir alle wohl zu wahren Energiesparprofis werden. In den Gemeindeeinrichtungen ebenso wie im öffentlichen Raum und in der Wirtschaft sowie im eigenen Wohnzimmer. Das Land Vorarlberg hat gemeinsam mit den Vorarlberger Energieversorgern, dem Energieinstitut und der Caritas vor wenigen Tagen eine weitere Initiative vorgestellt, um private Haushalte zu entlasten: Wer im Vergleich zum Vorjahr fünf Prozent Energie einspart, erhält einen Bonus von 50 Euro. Einsparungen von zehn Prozent werden mit 100 Euro belohnt. In Kombination mit weiteren Förderangeboten sind Prämien von 200 Euro möglich. Mehr Infos dazu gibt es unter energiesparen.vkw.at.

Jede eigesparte Kilowattstunde ist wichtig und wertvoll. Ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam gut durch die kühle Jahreszeit kommen.

Mag. Katharina Wöß-Krall
Bürgermeisterin

 

erstellt von Karin Böhler veröffentlicht 28.09.2022