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Fütterungsverbot an den Paspels-Seen

Die Aufregung war groß, als im vergangenen Sommer an den Paspels-Seen weit überhöhte Keimzahlen gemessen wurden: Ein Badeverbot stand im Raum. Die Ursache war nicht artgerechtes Füttern der Schwäne und anderer Tiere, wodurch es zu einer verstärkten Verschmutzung des Gewässers kam.

Damit es einen solchen Fall wie 2016 nicht häufiger gibt, hat die Marktgemeinde Rankweil nun eine Verordnung ergänzt, um das Füttern von Vögeln an den Paspels-Seen bestrafen zu können – bisher wurde nur ermahnt.

Die gut gemeinten Futtergaben stellen einen massiven Eingriff in die Natur mit weitreichenden Konsequenzen dar. Durch regelmäßige Futtergaben wird der natürliche Trieb zur Erschließung von Futterquellen verringert. Dazu kommt, dass das von den Menschen verteilte Futter – vorwiegend Getreide, Brot oder Speisereste –völlig ungeeignet ist. Gesalzene Speisen  führen bei Vögeln rasch zu chronischen Verdauungsproblemen, trockenes Brot quillt in ihren Mägen auf.

Nicht aufgenommene Futterreste und der ausgeschiedene Kot der Vögel führen zu gesteigerten Fäulnisprozessen im Gewässer. In Folge kommt es zu vermehrtem Algenwachstum und zu starker Sauerstoffzehrung durch Abbauprozesse: 1,5 kg Brot kann 100 Kubikmeter Wasser sauerstofffrei machen. In diesem Milieu wuchern Bakterienkolonien, die für Menschen und Tiere gefährlich sein können.

Die Paspels-Seen in Brederis sind wertvolles Naturbiotop und beliebter Badesee gleichermaßen. Nur wenn der Mensch bei der Nutzung dieses Naherholungsgebiets Rücksicht nimmt, ist die Zukunft dieses einzigen noch frei zugänglichen Badesees im Oberland langfristig gesichert.

Ing. Martin Summer
Bürgermeister

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Martin Summer
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