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Das Mesnerstüble erwacht

das Mesnerstüble am Liebfrauenberg diente schon vor mehr als hundert Jahren der Bewirtung von Pilgernden, welche mitunter lange Wege nüchtern auf sich nehmen mussten, um zur Kommunion gehen zu dürfen. Aus diesem Grund waren sie froh, direkt nach der Messe ein Stück Brot und einen warmen Kaffee im Mesnerhaus zu erhalten. Aus dieser Tradition erwuchs die Gaststube im Mesnerhaus, die von Anni Salzmann bis 1995 geführt wurde. Seither steht das Mesnerstüble leer – doch das soll sich nun wieder ändern.

Der erste Schritt dazu wird kommenden Freitag, 31. Juli, ab 18.00 Uhr getan, wenn das Mesnerstüble für wenige Stunden erwacht. An diesem Abend findet der Startschuss für einen rund zweijährigen Prozess statt, bei welchem die Bevölkerung eingeladen ist, ihre Ideen und Vorstellungen für eine künftige Nutzung des Mesnerstübles einzubringen – selbstverständlich in enger Abstimmung mit der im Hintergrund weiterlaufenden Ortskernentwicklungsplanung.

Bereits lange bevor die ersten Pilgernden im Mesnerstüble bewirtet wurden, war der Liebfrauenberg eng mit der Gastronomie verknüpft: Als Rankweil im 12. Jahrhundert zum Wallfahrtsort wurde, entstanden rund um den Liebfrauenberg zahlreiche Gasthäuser, in welchen Gläubige unterkamen und verpflegt wurden.  Einige Jahrhunderte später wurde diese Entwicklung durch die Verleihung des Marktrechts, das starke Zunftwesen und die Bahnanbindung weiter vorangetrieben. Blickt man zurück auf eine Quelle von 1857, so hatte Rankweil bei damals 2.250 Einwohner 24 Gasthäuser – womit eines auf rund 100 Einwohner kam. Verglichen mit heute wären das fast 130 Wirtshäuser.

Doch diese Zeit ist lange vorbei. Auch die Rankweiler Gastronomie muss sich gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen stellen. Oder anders gesagt: Zunehmender Leerstand macht vor Rankweil nicht Halt. Umso wertvoller sind solche Initiativen, wie jene für das Mesnerstüble. Danke an alle Beteiligten, die sich mit so viel Einsatz um die Wiederbelebung dieses Rankweiler Kleinods kümmern. Ich lade Sie alle ein, aus dem Mesnerstüble wieder einen Ort des Zusammenkommens zu machen – in welcher Form auch immer.

 

Kontakt

Mag. Katharina Wöß-Krall
Am Marktplatz 1
6830 Rankweil
T +43 5522 405 1102
buergermeisterin@rankweil.at