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Carl Lampert Woche: Die Rolle der Valduna im 2. Weltkrieg

Carl Lampert wurde 1894 in Göfis geboren und setzte sich wiederholt für Personen ein, die aufgrund ihres Glaubens mit dem Regime des Zweiten Weltkriegs in Konflikt gerieten.

Dieses Engagement bezahlte er am 13. November 1944 mit seinem Leben. Zu Ehren dieses tapferen Mannes findet ab Samstag, 4. November, die landesweite Carl Lampert Woche statt. In Rankweil stehen im Rahmen der Carl Lampert Woche vor allem die 263 Euthanasieopfer der Valduna im Mittelpunkt.

In den Jahren 1941 und 1942 wurden 263 Menschen aus der Gauanstalt Valduna in den Anstalten Hartheim und Niedernhart, beide in der Nähe von Linz, systematisch ermordet. Ihr Vergehen war, dass sie lebten und dass ihr Leben als unwert eingestuft worden war. Bis in die jüngste Vergangenheit zeichnete sich ihr Leben und Sterben oft als blinder Fleck auf der geschichtlichen Landkarte ab. Im Gedenken an die Toten findet am Samstag, 4. November eine Pilgerwanderung von der Landesgedächtniskapelle bei der Basilika Rankweil zum Valduna-Friedhof statt.

Am Dienstag, 14. November wird Thomas Albrich, Historiker an der Universität Innsbruck, im Vinomnasaal sein Buch „Das Nazi-Interregnum in Valduna 1938 – 1945“ präsentieren. Begleitet wird die historische Aufarbeitung in Buchformat von einem Podiumsgespräch mit Albert Lingg, Psychiater und langjähriger Primar am LKH Rankweil, Alfons Dür, ehemaliger Präsident des Landesgerichts in Feldkirch, und Angelika Schwarzmann, Bürgermeisterin von Alberschwende. Zudem ist ab Mittwoch, 15. November, im Rathaus Rankweil die Ausstellung „Valduna und die NS-Euthanasie“ zu sehen. Eng verknüpft mit der Geschichte der Valduna waren auch benachbarte Gemeinden wie Fraxern. Als Aufbaugemeinde der ersten Stunde erfuhr Fraxern damals einen kräftigen Modernisierungsschub. Es wurden Straßen, Güter- und Waldwege sowie neue Häuser gebaut und auch die landwirtschaftliche Infrastruktur wurde deutlich verbessert. Ermöglicht wurden diese Aufbaumaßnahmen durch die Arbeit serbischer Kriegsgefangener, welche in einem eigens errichteten Gefangenenlager untergebracht waren. Ärztlich versorgt wurden diese während ihrer Gefangenschaft ebenfalls in der Valduna.

Die Reflexion und Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg ist wichtig, um nicht zu vergessen, dass auch Rankweil und die umliegenden Gemeinden Schauplätze von Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit waren. Mehr zur Carl Lampert Woche erfahren Sie unter www.carl-lampert.at.

Mag. Katharina Wöß-Krall
Vizebürgermeisterin

 

Kontakt

Mag. Katharina Wöß-Krall
Am Marktplatz 1
6830 Rankweil
T +43 5522 405 1102
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