Buchpräsentation „Aufbaugemeinde Fraxern“

Nächsten Freitag, dem 11. November, findet im Gemeindesaal Fraxern die Buchpräsentation von Albert Summer über die „Aufbaugemeinde Fraxern“ zur Zeit der NS-Herrschaft statt.

Mit diesem Buch zeigt der Autor, wie nationalsozialistische Ideologien und Intentionen bis in ein kleines Bergdorf in Vorarlberg vorgedrungen sind.

Ab dem Jahr 1940 sollte die Gemeinde Fraxern nach den Vorstellungen der Nationalsozialisten im Rahmen der Aktion „Gemeinschaftsaufbau im Bergland“ zu einem sogenannten „Musterdorf“ umgestaltet werden. Ein Musterdorf war eine strukturpolitische Maßnahme, um durch Förderung von landwirtschaftlichen Regionen die Versorgung der Bevölkerung während des Krieges zu sichern. Nach den Folgen des Ersten Weltkriegs sowie nach einer Brandkatastrophe im Jahr 1934 war Fraxern eine der ersten Gemeinde in Vorarlberg, die für dieses Vorhaben in Frage kam. Errichtet wurden die Aufbaugemeinden durch Zwangsarbeit und Kriegsgefangene. In Fraxern mussten dafür serbische Kriegsgefangenen sowie polnische und ukrainische Zwangsarbeiter, die in Lagern im Ort oder bei Bauern untergebracht waren, die Arbeit zum Aufbau verrichten.

Dieses Buch war nur möglich, da der Autor sich auf reichhaltiges Archivmaterial stützen konnte, das nicht, wie so oft, nach Kriegsende vernichtet wurde.

Die Reflexion und Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit bewahrt uns davor, nicht zu vergessen und stets daran zu erinnern, welche Auswirkungen der Nationalsozialismus auf unsere Gegend gehabt hat und, dass auch Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit bei uns Themen des Alltags waren.

 

Ing. Martin Summer, Bürgermeister

erstellt von Stefanie Kollmann-Obwegeser veröffentlicht 03.11.2016, zuletzt geändert 07.11.2016