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Welcome Weltstars

Warum große Stars in Rankweil spielen

Sie füllen Fußballstadien, sind auf der ganzen Welt unterwegs und verkaufen ihre Songs millionenfach. Was bringt große Musikstars wie Brian Adams, Amy McDonald oder Sting dazu in Rankweil aufzutreten? Armin Wille vom Verein Altes Kino verrät das Erfolgsgeheimnis.

One, two, one two, check, check – diese Worte werden in wenigen Tagen wieder auf dem Rankweiler Marktplatz zu hören sein, kurz bevor tausende Musikbegeisterte zu den Eingängen strömen. Doch bevor es soweit ist, steht einige Schreibarbeit auf dem Programm. Denn die Stars möchten umworben werden. Armin Wille vom Alten Kino Rankweil verbringt viele Stunden am Schreibtisch, um Kostenvoranschläge zu verfassen und an die infrage kommenden Stars zu schicken. „Ganz zu Beginn – also im Jahr 2000 – gab es noch fixe Gagen, heute muss man sagen, was einem der Star wert ist und darauf hoffen, dass man mit seiner Schätzung richtig liegt", erklärt Wille. Es sei für ihn jedenfalls jedes Jahr wieder eine „Zitterpartie”, ob und welcher Star zusagt. „Wir spielen Lotterie – Garantie gibt es keine”, sagt er. Jedes Jahr gehen zwei bis drei Kostenvoranschläge raus, bevor eine Zusage kommt.

Überzeugungsarbeit
Die größte Herausforderung sei es, den Agenturen Rankweil als Veranstaltungsort schmackhaft zu machen. „Für viele ist es ungewöhnlich, dass ein Verein ein Konzert in dieser Größenordnung organisiert. Glücklicherweise ist das Alte Kino in der Szene bereits bekannt”, so Wille. Dennoch gibt es vor jeder Buchung weitere Hürden wie beispielsweise der Gebietsschutz. Das bedeutet, dass kein Konzert des selben Künstlers über zwei bis drei Monate in einem Umkreis von etwa 200 Kilometern stattfinden darf. Auch müssen die Veranstalter darauf achten, dass Technik, Bühne und die andere Ausstattung den Rahmen des Marktplatzes nicht sprengen. „Eine große Herausforderung – oft umfasst die Technik das Zwei- bis Dreifache, was unsere Bühne an Last tragen kann”, erklärt der Organisator. Beim Umwerben der Stars müsse man hartnäckig sein und die Atmosphäre auf dem Marktplatz sowie die überaus persönliche, familiäre Betreuung der Stars hervorheben. „Besonders viel Wert legen wir darauf, dass Garderoben und Unterkünfte nicht provisorisch wirken, sondern zu gemütlichen Stuben werden. Das schätzen die Stars”, ist Wille überzeugt.

Hunderte Freiwillige
Jedes Jahr mobilisiert der Verein rund 300 freiwillige Helferinnen und Helfer. „Bei den Vorbereitungen gibt es stets einen bestimmten Punkt, an dem der Funke überspringt und das Open Air zum Gemeinschaftsprojekt wird”, so Wille. Vergangenes Jahr haben sogar fünf Vereinsmitglieder eine Woche Urlaub für den Auf- und Abbau genommen. Die Begeisterung übertrage sich auf die Musiker. So sei es üblich, dass die Musiker vor und nach dem Konzert mit den freiwilligen Helfern plaudern und scherzen. „Auch wenn diese Großevents viel Energie, Zeit und Nerven brauchen, gibt eine solche Veranstaltung viel zurück. Die Freude aller Beteiligten entschädigt für dieMühen und motiviert zum Weitermachen”, meint Wille abschließend.