Benutzerspezifische Werkzeuge

Sie sind hier:Startseite / Aktuell / Tour durch Rankweils Gasthausgeschichte

Tour durch Rankweils Gasthausgeschichte

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Rankweil bereits 24 Gasthäuser – ein halbes Jahrhundert später hatte Rankweil mit 30 Betrieben die höchste Dichte in seiner Geschichte und möglicherweise auch in Vorarlberg. Bis heute hat Rankweil sich den Ruf einer traditionsreichen Gastronomie erhalten. Warum das so ist, erklärte Archivar Norbert Schnetzer vergangenen Freitag bei einem Spaziergang durch Rankweil.

Rund 15 Personen waren dabei, als der Rankweiler Gemeindearchivar bei einem Spaziergang im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Rüstig statt Rostig“ rund zwei Stunden lang einen außergewöhnlichen Einblick in die Rankweiler Gastronomiegeschichte bot. „Blickt man zurück auf eine Quelle von 1857, so hatte Rankweil bei damals 2.250 Einwohner 24 Gasthäuser – womit eines auf rund 100 Einwohner kam. Verglichen mit heute wären das fast 130 Wirtshäuser“, erklärte Gemeindearchivar Schnetzer. Hauptverantwortlich für diese hohe Dichte an Gasthöfen und Schenken waren vor allem das Recht einen Markt zu veranstalten, das sehr starke Zunftwesen und natürlich der Umstand, dass Rankweil seit dem 12. Jahrhundert ein Wallfahrtsort ist.

Bahnhof brachte Gastronomie
Eine besondere Bedeutung kam der Bahnhofstraße zu: Nach dem Bau des Bahnhofs siedelten sich in unmittelbarer Nähe zahlreiche Gastronomiebetriebe an, wie der Freschen, der Bären, der Hörnlingen, oder das Schäfle. Drei davon bestehen bis heute. „Wir vermuten, dass auch im Rathaus früher ein Gasthaus war. Und zwar die mehrfach historisch belegte, aber nie geografisch genau verortete Taverne. Der Eingang mit Doppelstiege und in der Mitte darunter der Kellerzugang für das Abseilen der Fässer stellen ein klares Indiz dafür dar“, erklärte Schnetzer.

Wallfahrt als Namensgeber
Die starke Verbindung zur Liebfrauenkirche und zur Wallfahrt zeigt sich auch bei der Namensgebung der Lokale: Der Adler (Johannes), der Ochsen (Lukas), der Löwen (Markus) und der Engel (Matthäus) entsprechen den Symbolen der  vier Evangelisten. Auch der Jünger Jesu wurde gedacht. Am Standort der Bäckerei Schnee wird das ehemaligen Gasthaus zum Schlüssel (Symbol des Heiligen Petrus) verortet und schräg gegenüber befand sich das Gasthaus zum Schwert (Symbol des Heiligen Paulus), heute besser bekannt unter dem Namen „Rankweiler Hof“.

Aufgrund des starken Regenfalls musste der Rundgang frühzeitig ins Rathaus verlegt werden. Dort erfuhren die TeilnehmerInnen weitere interessante Details über die Rankweiler Gasthausgeschichte. Passend zum Thema durfte natürlich die Verpflegung nicht fehlen: Bei Gebäck und Getränken wurde so manche Erinnerung ausgetauscht. Initiiert und umgesetzt wurde der Spaziergang von der „Aktion Demenz“ in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Rankweil.

Kontakt

Karin Böhler
Marketing & Kommunikation
+43 5522 405 1104
karin.boehler@rankweil.at