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Bürgermeisterin zieht Kurzbilanz

Mag. Katharina Wöß-Krall wurde mit 29. April einstimmig zu Rankweils neuen Bürgermeisterin gewählt. Nach fast zwei Monaten im Amt zieht sie im Gespräch mit Andrea Mairhofer in der Zeitschrift extRankweil eine erste Zwischenbilanz.

Frau Wöß-Krall, als Bürgermeisterin sind Sie jetzt 30 Tage im Amt – wie haben Sie die letzten vier Wochen erlebt?
Von Anfang an wurde ich von allen ganz herzlich aufgenommen – so ist mir der Einstieg leicht gefallen. Als ehemalige Vizebürgermeisterin bin ich mit sehr vielen Gemeindethemen bereits vertraut. Jetzt bin ich Vollzeit im Amt und das tägliche Geschäft ist doch noch ein Stück weit etwas anderes.

Wie würden Sie Ihr tägliches Geschäft beschreiben?
Im Arbeitsalltag ist mir das Miteinander ganz wichtig. Wenn Anliegen oder Probleme auftauchen, dann wünsche ich mir, dass die Menschen zu mir kommen und wir das gemeinsam besprechen, egal ob es Beschäftigte vom Rathaus, politische Fraktionen oder auch Menschen aus der Bevölkerung oder aus der Region sind. Mein Motto lautet „Für jedes Problem gibt es eine Lösung, aber man muss auch darüber reden können und wollen“. Mir ist in diesem Zusammenhang somit die interne und externe Kommunikation ganz wichtig. Blockadepolitik oder Streitkultur möchte ich vermeiden. In diesem Zusammenhang bin ich auch bemüht, dass alle politischen Fraktionen einen selben Wissensstand haben, damit man zeitnah über Probleme oder anstehende Projekte gemeinsam diskutieren kann. Ich bin offen für einen Meinungsaustausch, denn wir alle sind Rankweil – das soll das Wichtigste sein.

 

"Begegnung am Berg": Mag. Katharina Wöß-Krall im Gespräch mit Franz Lutz (Ländle TV)

 

Wie ist es eigentlich für Sie als Frau politisch tätig zu sein, in einem oft männerdominierenden Bereich?
Ich bin die einzige Frau im Vorstand der Regio Vorderland-Feldkirch und ich habe so den Eindruck gewonnen, dass sie sich freuen, dass ein „frischer Wind“ hereinkommt, denn als Frau hat man oft einen anderen Blickwinkel. Und der Umgangston ist etwas anders, das liegt wahrscheinlich auch daran, dass man einer Frau von Haus aus einen anderen Respekt zollt.

Welche Themen sind Ihnen in Ihrer Amtszeit besonders wichtig?
Mein Vorgänger Martin Summer hat mir eine Gemeinde überlassen, die Vorzeigecharakter hat. Wir haben in vielen Bereichen wie u.a. Familie, Senioren, Wirtschaft, Soziales, Umwelt einen hohen Standard erreicht. Diesen zu halten ist mir einerseits wichtig und andererseits auch noch zu verbessern, dort wo es von Nöten ist, denn die Zeit bleibt nicht stehen und so sind immer wieder Anpassungen erforderlich.

Haben Sie diesbezüglich schon konkrete Projekte im Visier?
Am dringensten steht jetzt die Zentrumsentwicklung mit der Ringstraße und dem „Quartier Schleife“ als Schwerpunkt auf dem Programm. Hier wird sich in naher Zukunft einiges tun und dieses Gesamtprojekt ist schon in den Startlöchern mit konkreten Umsetzungsplänen über die Ortskernbelebung. Und als Obfrau des Ausschusses für Gesellschaft und Soziales liegen mir die Seniorinnen und Senioren ganz besonders am Herzen, vor allem die Bereiche Wohnen im Alter, Generationenhäuser, betreutes Wohnen und optimale Pflege für zu Hause, denn der demografische Wandel macht auch in Rankweil nicht halt. Im Fokus sind auch die Themen Kinderbetreuung, vor allem im Kleinkindbereich und der Verkehr. Hier werden wir mit Bürgerbeteiligung ein neues Straßen- und Wegekonzept erstellen.

Da liegen ja schon einige Themen auf Ihrem Schreibtisch – apropos wie sieht dieser eigentlich aus?
Als ausgebildete Juristin bin ich sehr organisiert und genau und ich halte deshalb auch Ordnung auf meinem Tisch. Es gibt beispielsweise einen Platz, wo alle Schreibsachen liegen und auch eine Tasse Kaffee gehört dazu. Gerne trinke ich auch Tee. Zudem dürfen ein Strauß frische Blumen und ein Familienfoto nicht fehlen. Beides geben mir Kraft und Freude.

Wie meistern Sie eigentlich außerhalb des Amtes Ihren Alltag als Mutter von drei Kindern?
Es wäre alles nicht möglich, wenn ich nicht meinen Mann hinter mir hätte bzw. grundsätzlich meine Familie, denn auch meine Mama und Schwiegermama helfen mir sehr. So ist beispielsweise mein Mann jetzt die nächsten sechs Monate in Karenz und er unterstützt mich zu 100 Prozent. Wir haben quasi einen Rollentausch gemacht, denn zuvor war ich die letzten Jahre zu Hause. Ab Herbst ist mein Mann dann teilzeitbeschäftigt. Uns ist es wichtig, dass sich die ganze Familie wohl fühlt dabei, denn ich bin und bleibe ein Familienmensch.

Was sagen Ihre Kinder dazu, dass Sie jetzt Bürgermeisterin sind?
Sie finden es lustig und sind auch ganz stolz auf mich. Mein ältester Sohn Benedikt (7) erzählte beispielsweise schon in der Schule, dass er „Mamas Büro“ schon gesehen hat und sagte voller Stolz: “Die ist jetzt Frau Bürgermeisterin“.

 

Zur Person: Mag. Katharina Wöß-Krall

  • Jahrgang: 1977
  • Sternzeichen: Stier
  • Familienstand: verheiratet mit Marco Krall, 3 Kinder: Benedikt (7 Jahre), Konstantin (4 Jahre), Aurelia (1 Jahr)
  • Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
  • Beruflicher Werdegang: seit April 2010 Vizbürgermeisterin Marktgemeinde Rankweil, zuvor Notariatskandidatin in der Notariatskanzlei Götzs und Forster in Feldkirch und Gerichtspraktikum Bezirksgericht und Landesgericht Feldkirch
  • Hobbies: Lesen, Sport wie Skifahren, Walking, Wandern, Theater und Kabarett

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