5 Fragen an Claudia Krain

In der extRankweil-Reihe "5 Fragen an" stellen wir diesmal Claudia Krain vor. Sie ist Zustellerin für "Essen auf Rädern". Ein Video zeigt ihren typischen Arbeitsalltag.

Als für die erfolgreiche Sängerin Claudia aufgrund von Corona die Aufträge ausblieben, beschloss sie kurzerhand, sich bei der Marktgemeinde Rankweil als Zustellerin für „Essen auf Rädern“ zu bewerben. Ein Schritt, den sie bis heute nicht bereut hat.

Sängerin und Zustellerin – wie passt das zusammen?
Für mich sehr gut. Denn beide Berufe bringen etwas Positives in die Welt. Beim Singen freue ich mich über den Applaus, beim Zustellen über das Lächeln der Menschen. Insgesamt bin ich ein sehr fröhlicher und optimistischer Mensch. Ich möchte andere inspirieren, dass auch unangenehme Ereignisse wie die Corona-Pandemie neue Chancen eröffnen können.

Wie sieht für dich ein typischer Arbeitstag aus?
Um halb zehn Uhr morgens beginne ich gemeinsam mit meinem Kollegen Reinhard die Autos mit den frischen Menüs aus dem Sozialzentrum Haus Klosterreben zu befüllen. Im Laufe des späten Vormittags liefern wir dann die Menüs an Rankweiler*innen, die aus verschiedenen Gründen kein warmes Mittagessen mehr zubereiten können.

Was sind die Herausforderungen bei deinem Job?
Besonders beim Einladen der Menüs ist System gefragt: Wir achten bereits dabei auf die Reihenfolge der Zustellung. Außerdem kontrolliere ich genau, wer welches Menü bestellt hat. Mit Suppe oder nicht – kleine oder normale Portion. Emotional herausfordernd ist manchmal, dass ich nur wenige Minuten Zeit pro Haushalt habe.

Was sind die schönsten Momente?
Mir ist es trotz des engen Zeitplans wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und ihnen ein freundliches Wort zu schenken. Oft warten sie bereits auf mich und freuen sich auch über ein bisschen Abwechslung und Ansprache. Corona verlangt Abstand, der Herzlichkeit im Umgang miteinander tut das aber keinen Abbruch.

Was hat sich für dich persönlich verändert?
Seit ich diesen Job habe, bin ich ganz schön sportlich geworden. Ich bin ständig in Bewegung und das ist auch gut so. Ich kann mir neben dem Singen keinen schöneren Job vorstellen und bin sehr froh, dass ich bei ‚Essen auf Rädern‘ gelandet bin.


 

Über "Essen auf Rädern"
Rankweil bietet diese Möglichkeit seit 1987 – seit 2001 auch an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen. Täglich werden zwischen 70 und 80 Privatpersonen beliefert. Dazu kommen 14 Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen in Rankweil, welche ebenfalls das Mittagessen über „Essen auf Rädern” beziehen. Zwischen 1995 und 2011 hat das Landeskrankenhaus Rankweil die Mahlzeiten geliefert. Heute werden sie in der Küche des Haus Klosterreben zubereitet und in Porzellangeschirr  serviert.

erstellt von Beatrix Spalt veröffentlicht 06.12.2021, zuletzt geändert 07.12.2021