Gemeinsam für Familien

Veröffentlichungsdatum28.08.2026Lesedauer3 MinutenKategorienMarktgemeinde - Neuigkeiten
Eine Gruppe von Kindern, die mit Spielzeug spielen

Rankweils überbetriebliche Kinderbetreuung

Damit Eltern verlässlich in den Arbeitstag starten können, braucht es eine Betreuung, die zu ihrem Alltag passt. In Rankweil tragen die Marktgemeinde mit ansässigen Betrieben sowie derEltern-Kind-Treff Rankweil und Brederis dieses Angebot gemeinsam. An zwei Standorten werden Kinder ab einem Jahr bis zum Kindergarteneintritt betreut. 

Morgens um sieben in der Kleinkindbetreuung Wiesenwichtel in Brederis: Jacken werden an Garderobenhaken gehängt, Schuhe gewechselt, Kappen und Handschuhe entledigt. Im Gruppenraum werden Bilderbücher aus den Regalen geholt, das erste Rutschauto-Rennen des Tages startet. Es wird geschaukelt, geklettert, gemalt und gekuschelt. Währenddessen trifft auch Bianca Längle mit Tochter Marie an der Hand ein. Sie sprechen noch ein paar Worte miteinander, verabschieden sich und schon flitzt Marie mit ihrem Stofftier in Richtung Kuschelecke. Für Bianca Längle kann der Arbeitsalltag beginnen.

Diese Szene, istfür viele Familien in Brederis und Rankweil selbstverständlich geworden. Der Weg zu den Wiesenwichtenl oder ins Regenbogenhaus, die kurze Abstimmung mit der Betreuerin, und der anschließende Weg zur Arbeit sind eingespielt. Nichts muss jeden Tag neu organisiert werden. Genau darin liegt die Bedeutung der überbetrieblichen Kinderbetreuung: Sie schafft Verlässlichkeit dort, wo Familien sonst Betreuungszeiten, Arbeitsbeginn und Alltagsorganisation gleichzeitig koordinieren müssten.

Geteilte Verantwortung

Die überbetriebliche Kinderbetreuung ist in Rankweil seit vielen Jahren etabliert. Sie richtet sich an Familien, die für ihre Kinder unter drei Jahren eine verlässliche Betreuung benötigen Die Öffnungszeiten und die ganzjährige Führung ermöglichen es Eltern, ihren Arbeitsalltag langfristig zu planen. „Mit der Geburt eines Kindes verlagern sich die Prioritäten. Da ist es wichtig zu wissen, dass mein Kind, während ich arbeite, bestens aufgehoben ist. Ohne das Vertrauen in die Einrichtung und vor allem zu den Betreuerinnen könnte ich nicht entspannt und motiviert arbeiten gehen”, sagt Bianca Längle.

Die Betreuung ist damit kein Zusatzangebot, sondern  Teil eines Alltags, der funktionieren muss. Kinder erleben einen vertrauten Ort mit festen Bezugspersonen. Eltern gewinnen Planungssicherheit, Betriebe können Mitarbeitende in einer Lebensphase unterstützen, in der Familie und Beruf eng miteinander verbunden sind.

„Wir haben früh erkannt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit nur gemeinsam gelingt“, sagt Elisa Vasić von der Marktgemeinde Rankweil. „Die Betriebe kennen die Anforderungen im Arbeitsalltag, wir schaffen gemeinsam mit dem Eltern-Kind-Treff die Rahmenbedingungen.“ Die beteiligten Unternehmen reservieren Betreuungsplätze für ihre Mitarbeiter:innen und beteiligen sich an der Finanzierung. So verteilt sich die Verantwortung auf mehrere Schultern. Eltern, Betriebe, Betreuungseinrichtung und Gemeinde leisten jeweils ihren Beitrag.

Verlässliche Abläufe

Für Bianca Längle zeigt sich diese gemeinsame Verantwortung nicht in Zuständigkeiten oder Finanzierungsmodellen, sondern jeden Morgen bei den Wiesenwichteln. „Ich kann meinen Arbeitstag starten, ohne improvisieren zu müssen. Das entlastet sehr. Gleichzeitig ist es ist schön zu sehen, wie wir auch als Familie gemeinsam im Alltag gewachsen sind, sagt sie. Für Tochter Marie bedeutet die Betreuung vertraute Räume, feste Bezugspersonen und einen bedürfnisorientierten Tagesablauf. Ihre Mutter kann, ihre  Arbeitszeiten einhalten, ohne den Tag mit zusätzlicher Organisation beginnen zu müssen.

Ein Gewinn für Familie und Betriebe

Die überbetriebliche Kinderbetreuung verbindet Familienleben und Arbeitswelt in Rankweil. „Wir sehen, dass das Angebot auch für die Betriebe wichtig ist“, sagt Elisa Vasić. „Es geht darum, Lösungen zu schaffen, die für Familien passen und gleichzeitig die Anforderungen der Unternehmen berücksichtigen.“

Familien erhalten Planungssicherheit, Betriebe können gut ausgebildete Mitarbeitende halten und in einer wichtigen Lebensphase unterstützen. Denn dort, wo Gemeinde, Wirtschaft und Bevölkerung gemeinsam Verantwortung übernehmen, entstehen Rahmenbedingungen, die den Alltag vieler Familien spürbar erleichtern.

Schon gewusst?

Rankweil beteiligte sich bereits von 1996 bis 1998 als eine der ersten Vorarlberger Gemeinden am Projekt „Familiengerechte Gemeinde“. Seit 2012 ist die Marktgemeinde „familieplus“-Gemeinde. 2013 folgte die Bundesauszeichnung als „Familienfreundliche Gemeinde“.