Zeichen des Erinnerns: memoria x pulvere

Erinnerungsorte Mahnmal

Das Mahnmal entstand im Rahmen eines Wettbewerbes, welchen die Gemeinde anlässlich des 80-jährigen Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkrieges 2025 ausgeschrieben hatte. Die Jury, bestehend aus Vertreter:innen der Gemeinde, Kunst- und Kulturexpert:innen sowie Jugendliche der Offenen Jugendarbeit Rankweil sprach sich damals aus 32 Einsendungen  einstimmig für das „herausragende“ und „außergewöhnliche“ Projekt des in Bregenz lebenden Künstlers Stefan Amann aus.

Starkes Zeichen des Gedenkens

Das dezentral konzipierte Mahnmal verteilt sich auf mehrere Friedhöfe in Rankweil. Die Opfer des Nationalsozialistischen Regimes wurden lange Zeit verschwiegen und verleugnet, sie wurden aus unserer Gesellschaft gerissen und aus unserer Geschichte entfernt, sie wurden verschleppt, getötet, verbrannt, verscharrt. Stefan Amann schafft für diese Menschen eine letzte Ruhestätte und bringt sie damit zurück in unsere Gesellschaft. Die Zahl und Identität der Opfer ist nicht restlos geklärt, eine vollständige Opferliste wird es niemals geben. In diesem Kontext schuf Stefan Amann kein singuläres Grabmal, sondern Erinnerungsorte an mehreren Standorten. Dadurch entsteht ein kollektiver Gedenkort, welcher den Opfern der NS-Gewaltherrschaft ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft zurückgibt. Die Gestaltung der einzelnen Elemente mit gebranntem Ton – einem im Grunde verwundbaren Material, erinnert an die Verletzlichkeit dieser Opfer und gleichzeitig an die zerstörerische Gewalt, die viele Menschen erleiden mussten. Die einfache Formgebung orientiert sich an bestehenden Grabstätten und fügt sich bewusst in das gesellschaftliche und räumliche Umfeld ein.

Standorte 

Zur Person

Stefan Amann, geboren 1971, arbeitet seit 20 Jahre als Gestalter und Berater mit Schwerpunkt auf Kommunikation, Szenografie und Signaletik. Seine Projekte entstehen im Kultur- wie im Unternehmenskontext. Darüber hinaus ist er am „vai Vorarlberger Architektur Institut“ tätig, unterrichtet an der Fachhochschule Vorarlberg und betreibt eine kleine Galerie für zeitgenössische Kunst in Feldkirch. Amann studierte Kommunikationsgestaltung in Vorarlberg und Manchester und war unter anderem in Berlin und Barcelona tätig. Seit 2025 ist er Mitglied der Kunstkommission des Landes Vorarlberg sowie des Innsbrucker Beirats für Erinnerungskultur. Amann war bereits bei vergleichbaren Projekten erfolgreich: So war er Finalist bei der Ausschreibung zum Widerstandsmahnmal in Bregenz und erhielt den ersten Preis für ein Gedenkzeichen für NS-Opfer in Innsbruck. Stefan Amann lebt mit seiner Familie in Bregenz.