"Wir sind keine Fabrik."

Veröffentlichungsdatum08.07.2026Lesedauer3 MinutenKategorienMarktgemeinde - Neuigkeiten

Am Marktstand der Familie Kegele

Michael Kegele ist mit seinen Milch-Produkten fester Bestandteil des Rankweiler Wochenmarktes.

Am Rankweiler Wochenmarkt verkauft die Familie Kegele nur das, was der eigene Hof hergibt. Darunter auch Produkte, die man hier nicht zwingend erwarten würde, wie etwa der Büffelmozzarella aus der Milch der eigenen Wasserbüffel. 

Am Mittwochvormittag auf dem Rankweiler Wochenmarkt stellt eine Kundin eine Stofftasche auf den Verkaufstisch. Darin klirren leere Pfandgläser. Sie werden entgegengenommen, zur Seite gestellt – und im gleichen Zug wandern volle Joghurtgläser zurück in die Tasche. Viel Worte braucht es nicht. Man kennt sich und weiß, was gebraucht wird. 

Ein Kunde bleibt stehen und fragt nach Büffelmozzarella. Heute ist keiner mehr da. „Nächste Woche wieder“, sagt Michael Kegele und greift zum Notizblock. Der Name ist schnell aufgeschrieben. Für viele ist genau das Teil des Markttags.

Was der Hof hergibt

Hinter dem Stand steht die Familie Kegele. Seit 2004 bewirtschaften Michael, seine Frau Marina und ihre drei Kinder den Hof gemeinsam. Rund 60 Milchziegen, vier Kühe und sechs Wasserbüffel leben dort. Was am Markt verkauft wird, entsteht direkt am Betrieb. Rund 600 Joghurtgläser werden Woche für Woche abgefüllt. Die Verarbeitung folgt dem, was der Hof hergibt – und der Jahreszeit. In den wärmeren Monaten wird aus der Milch auch Eis. So wächst das Sortiment aus dem, was am Hof entsteht. 

Am Marktstand der Familie Kegele gibt es "nur" das, was der Hof hergibt.Nicht alles jederzeit

„Wir sind keine Fabrik“, sagt Michael Kegele. Es geht nicht darum, jederzeit alles anbieten zu können. Tiere bekommen nicht nach Plan Nachwuchs, und auch die Milchmenge wird nicht gesteigert, nur um mehr produzieren zu können. Entscheidend ist, dass die Tiere nicht überlastet werden. Für die Kund:innen ist das nachvollziehbar. Viele wissen, wie der Betrieb arbeitet. Sie bestellen vor, fragen nach oder kommen wieder. Der Einkauf richtet sich nach dem, was verfügbar ist. 

Im vergangenen Jahr hat sich am Hof etwas verändert: Michael Kegele erfüllte seiner Frau zum Hochzeitstag einen lang gehegten Wunsch und schenkte ihr Wasserbüffel. Seither sind sie Teil des Betriebs – und Gesprächsthema am Markt. Immer wieder bleiben Menschen stehen, fragen nach der Haltung oder den Produkten. 

Ein Markt, der verbindetMichael und Marina Kegele auf ihrem Hof am Bürserberg

Dass die Familie heute regelmäßig auf Märkten verkauft, war nicht von Anfang an so gedacht. Während der Corona-Pandemie brach die Gastronomie als wichtiger Abnehmer fast vollständig weg. Die Entscheidung, mit einem Kühlanhänger selbst auf Märkte zu fahren, war ein Risiko. „Wir haben den letzten Groschen auf diese Karte gesetzt“, sagt Michael Kegele. Inzwischen ist daraus ein größerer Verkaufswagen und mehrere Marktstandorte geworden. 

In Rankweil kennt man sich inzwischen. Beim Aufbau hilft man einander, vor Marktbeginn gibt es oft noch eine warme Wurst oder ein Gulasch beim Steirer. Auch die Kundschaft trägt dazu bei. Viele kommen regelmäßig, kennen den Stand und wissen, wie hier gearbeitet wird. Es wird nachgefragt, vorbestellt, manchmal auch gewartet, und man trifft sich Woche für Woche wieder. 

Für Michael Kegele ist genau das das Besondere am Rankweiler Markt: die Atmosphäre, die Begegnungen und der Platz selbst. „Das passt hier einfach – die Leute, der Platz, das Miteinander.“ 


Eine entgeltliche Einschaltung der Gemeindemarketing Rankweil GmbH


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