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Schatzsucher mit geschichtlichem Interesse

Beep, beep, beep – wer dieses Geräusch in Rankweils Wäldern hört, befindet sich mit großer Wahrscheinlichkeit in der Nähe von Sondengängern.

Dabei handelt es sich um eine Personengruppe, welche mit tellerförmigen Geräten den Waldboden umkreist, um metallische Gegenstände zu orten. Zwei solche Sondengänger waren vor wenigen Wochen im Valdunawald unterwegs, als sie auf einen ganz besonderen Fund stießen.

Sie entdeckten eine eisenzeitliche Kultstätte und meldeten die Fundstelle dem Bundesdenkmalamt und der Marktgemeinde Rankweil. Das daraufhin mit den Grabungen beauftragte Archäologenteam der Universität Innsbruck fand darauf zahlreiche Schmuckstücke und Trachtenbestandteile wie Fibeln, Ringe, Armreiffragmente, Nietennägel sowie Keramikteile aus der Eisenzeit. Die Fundstücke wurden allesamt absichtlich zerstört und sorgfältig mit Steinen in Formationen abgedeckt. Das lässt die Interpretation zu, dass die Fundstätte im Valdunawald möglicherweise einst ein weiblicher Kultplatz war.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Rankweil Fundstücke aus der Eisenzeit freigelegt wurden: Bereits 2016 wurden in der Montfortstraße in Rankweil im Zuge der Errichtung einer Wohnanlage Fundstücke aus der Eisenzeit freigelegt. Das Grabungsteam fand damals nicht nur mehrphasige eisenzeitliche Siedlungsreste, sondern auch ein mit Lehm verputztes Kellergeschoss, welches in unserer Region einzigartig ist. Diese Grabungsstätte war der erste Nachweis von eisenzeitlichen Siedlungen im Talboden in Vorarlberg. Ob es einen Zusammenhang zwischen der Siedlung in der Montfortstraße und den Fundstücken im Valdunawald gibt, bleibt offen.

Die erneuten Funde beweisen jedenfalls, dass das Vorderland, und besonders Rankweil, bereits vor mehr als 2800 Jahren ein beliebter Ort zum Leben war. Die Fundstücke aus der Montfortstraße und aus dem Valdunawald werden der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Berichte und Ausstellungen dazu befinden sich in Planung.

Ein besonderer Dank gilt den beiden Sondengängern, welchen der historische Ansatz wichtiger war, als das bloße Finden von Gegenständen. Dennoch: Sondengänger bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone. Eine Genehmigung, nach Bodendenkmälern zu graben, bekommen in Österreich nur Archäologen. Wer also etwas mit einem Metalldetektor findet, macht sich spätestens dann strafbar, wenn er danach gräbt. Bitte melden Sie uns, wenn Sie solche Aktivitäten in Rankweil und Umgebung beobachten. Herzlichen Dank!

Ing. Martin Summer
Bürgermeister

 

Kontakt

Martin Summer
Bürgermeister
T +43 5522 405 1102
martin.summer@rankweil.at