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Geschichtliches zur Feuerwehr Rankweil

Bereits am 2. April 1869 wurde der „Freiwillige Feuerwehrverein Rankweil" als fünfte Wehr des Landes von 10 beherzten Bürgern der Gemeinde gegründet (bis 1938 waren die Feuerwehren als Vereine registriert. Mit der Machtergreifung durch das NS-Regime im März 1938 wurden alle Feuerwehren als Vereine aufgelöst und der Schutzpolizei unterstellt, nach Beendigung dieses Regimes im Mai 1945 wurden die Feuerwehren wieder als solche anerkannt und ihnen der Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zugesprochen).  Die Gründer waren: Nachbaur Friedrich (Kommandant), Barbisch Franz, Koch Ferdinand, Abbrederis Barnabas, Weber Leonhard, Nachbaur Johann, Scheidbach Josef Anton, Matt Johann, Graber Josef und Marte Johann. Wie aus einem alten Protokoll zu entnehmen ist, wurden diese 10 Mann von Johann Georg Vogel, Schwefelbadwirt in Hohenems „im Feuerwehrwesen unterrichtet". Nach kurzer Zeit war der Mitgliederstand auf 40 Mann angewachsen, wovon 10 Mann als Steiger, 10 Mann als Schlauchleger und 20 Mann als Einreißer bzw. als Pumper ihren Dienst versahen.

Aus einem Beschluß der Rankweiler Gemeindevertretung geht eindeutig hervor, dass Rankweil bereits 1851 eine größere Feuerspritze (die sog. „Blaue Spritze") besessen hat, denn die Bewohner von Brederis wünschten, dass ihnen zur größeren Sicherheit diese Handsprütze überlassen werde.

1877 wurde diese „Blaue Spritze" durch eine Saugspritze ersetzt. Die „Rote Spritze" mit 250 m Hanfschläuchen wurden um 1.635 Gulden von der Fa. Gebrüder Graßmayr in Feldkirch geliefert, diese Spritze wurde 1923 dem Ortsteil Brederis zur weiteren Verwendung überlassen, da in diesem Jahr die erste Motorspritze mit Pferdegespannwagen angeschafft wurde.

Bis zum ersten Weltkrieg betrug der aktive Mannschaftsstand stets etwa 40 Mann. Im Jahre 1919 versahen nur mehr 17 Mann den Feuerwehrdienst. Es dauerte bis 1922, dass der alte Stand von 40 Mann erreicht werden konnte. In der Zwischenkriegszeit wurde die Ausrüstung unserer Wehr mit einer fahrbaren mechanischen Leiter und einer Tragkraftspritze erweitert.

Im Jahre 1942 konnten die Rankweiler ein komplettes Feuerwehrfahrzeug (LF 8) der Marke Mercades-Benz erwerben. Das Fahrzeug war entsprechend den NS Vorschriften für Feuerwehrfahrzeuge ausgerüstet und u.a. mit einer Tragkraftspritze mit der Förderleistung von 800 Liter/Minute ausgestattet. Dadurch wurde zwar die Schlagkraft der Wehr entscheidend verbessert, aber der Einzug der Mitglieder zur Wehrmacht veringerte den Mannschaftsstand derart, dass ab 1944 eine Frauenfeuerwehr, bestehend aus 22 jungen Frauen im Alter von 18 bis 23 Jahren, eingesetzt wurde um die erforderliche Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.

Entgegen der schweren Krisenzeit nach dem ersten Weltkrieg wurde 1945 unter dem Kommandanten Hermann Koch die Feuerwehr Rankweil in kürzester Zeit wieder auf den erforderlichen Mannschaftsstand gebracht. Alsbald konnte ein zweites Löschfahrzeug angeschafft und die Ausrüstung verbessert werden.

Die in den Nachkriegs-Jahrzehnten einsetzenden Technisierungen und Modernisierungen im Bereiche des Feuerwehrwesens konnten Dank des großen Verständnisses der Gemeinde und der Rankweiler Bevölkerung im vollen Umfang genutzt werden, sodaß die Feuerwehr Rankweil heute eine jener Wehren ist, deren Ausbildungs- und Ausrüstungsstand auf höchstem Niveau steht und auf Grund internationaler Einsätze der SARUV - die u.a. aus Mitgliedern unserer Wehr besteht - weit über die Landesgrenzen hinaus ein hohes Ansehen genießt.  

(Text: Chronist Franz Semmler)
07.05.07, mb

  

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